Patchwork-Familien: Freude oder Frust?

Ich will ganz ehrlich sein und hier nichts beschönigen – Patchwork-Familien sind doch nicht wirklich immer so toll und harmonisch, wie es uns im Fernsehen (oder auf dem Spielplatz) häufig weisgemacht wird, oder? Eine Beziehung kostet stetige und konsequente Arbeit – das wissen wir alle – aber eine Patchwork-Familie kann das reine Arbeitslager sein!

Nur weil sich Mann und Frau ineinander verlieben und beschließen, ihr weiteres Leben miteinander zu verbringen, heißt das leider noch lange nicht, dass unsere Kinder ebenso begeistert sind von dieser Idee – auch heißt es nicht, dass ich, nur weil ich den Vater liebe, auch ganz hin und weg von seinem Nachkömmling bin. Wer sagt denn, dass ich alle Kinder toll finden muss, nur weil ich meine eigenen vergöttere?!

Wir lernen unseren Partner also nicht nur als Mann sondern auch gleich als „fertigen“ Vater kennen – kein Mann, der erst noch…bestenfalls mit uns gemeinsam…in diese Rolle hineinwächst, sondern einer, der schon seit einigen Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet und damit seinen ganz eigenen Stil hat. Er ist mit seinem Kind ein eingespieltes Team, so wie wir es mit unserem sind. Das heißt, dass unter Umständen sehr viel Toleranz gefragt sein wird und zwar nicht nur bei der Arbeit Kunden oder im Treppenhaus dem nervigen Nachbarn gegenüber, sondern in unserem Zuhause, unseren eigenen vier Wänden – an dem Ort, an dem wir uns ausruhen und erholen wollen. Genau an diesem Ort müssen wir uns nun möglicherweise mit ganz neuen Erziehungsmethoden auseinandersetzen und uns für unsere rechtfertigen. Das kann nicht immer leicht sein!

Wir werden akzeptieren müssen, dass nun auch ein anderer unser Kind bis zu einem gewissen Punkt mit erzieht, aber noch viel wichtiger: die Kinder müssen das akzeptieren und das erfordert sicher jede Menge Fingerspitzengefühl!

Darf mein neuer Partner mit meinem Kind schimpfen? Foto: Shutterstock

Ach und dann gibt es ja auch noch den anderen Elternteil, der zwar – bestenfalls – nicht mit uns zusammen wohnt, der aber – schlimmstenfalls – auch noch seinen Senf zu jedem Thema abzugeben hat.

Wenn ich deutlich über 30 Jahre alt bin, vielleicht mindestens ein Kind habe und mir einen Mann dauerhaft an meiner Seite wünsche, werde ich um eine Patchwork-Familie kaum herumkommen – die anderen aber auch nicht!

In einer Patchwork-Familie ist Toleranz gefragt! Foto: Shutterstock

Schaffen wir – mein Mann und ich, unsere jeweiligen Kinder und wünschenswerterweise die dazugehörigen leiblichen Elternteile – es, tolerant und respektvoll miteinander umzugehen, erinnern wir uns daran, dass wir alle in einem Boot sitzen und die Situation für jeden schwierig sein kann – besonders für die Kinder, die sich diese neue Lebensweise nicht ausgesucht haben, dann besteht sicher die gute Chance, dass diese neue Familie eine große Bereicherung darstellt. Denn andere Erziehungsmethoden können uns inspirieren und unsere eigenen zu erklären, bringt uns dazu, uns zu reflektieren. Unseren Kindern wird es nicht schaden, unterschiedliche Lebensmodelle kennenzulernen, sie werden – hoffentlich – mit ihren neuen Geschwistern zusammenwachsen, sie werden den neuen Partner an der Seite ihrer Mutter oder ihres Vaters schätzen lernen und auch mal die ein oder andere vermeintliche Ungerechtigkeit aushalten können. All das kann dazu beitragen, sie zu starken Erwachsenen heranreifen zu lassen.

Wenn wir bereit sind, unsere Liebe, unsere Arbeit aber auch unsere Geduld und Toleranz zu investieren, werden wir ganz sicher eine glückliche Patchwork-Familie mit allen Hochs und Tiefs jeder anderen Familie auch. Wir dürfen nur nicht darauf warten, dass uns die Harmonie in den Schoß fällt…das wird ziemlich unwahrscheinlich, wenn drei oder mehr Persönlichkeiten aufeinanderstoßen.

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