Gibt es immer einen in der Beziehung, der mehr liebt?

Liebt einer immer mehr?

„Ich liebe mehr“… der Gedanke, dass einer der beiden Partner meint, er würde „mehr lieben“ kommt sehr schnell auf, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass man mehr Geduld zeigt, mehr an den anderen denkt, mehr vermisst, mehr Sehnsucht hat, sich mehr Zeit nimmt, eigene Belange hinten anstellt, etc.

Idealerweise sollten beide Partner gleich lieben, damit sich keiner vernachlässigt fühlt und kein Ungleichgewicht entsteht, aber ist das überhaupt möglich? Ist es nicht so, dass die Liebe hin und her pendelt, dass heisst, mal der eine, mal der andere mehr liebt? Dass der eine einen Schritt zurück macht, wenn er das Gefühl hat, dass der andere ihm zu nahe kommt und umgekehrt wieder einen Schritt nach vorne macht, wenn der andere sich weg bewegt? Diese “Rollenverteilung“ kann sich während der Beziehung sogar mehrfach ändern: der anfangs Interessiertere kann das Interesse verlieren, während derjenige, der am Anfang der Beziehung weniger Hingabe zeigte immer mehr Gefühle empfindet.

Hinzu kommt, dass viele Menschen beim Gefühl von Ersticken bei zu viel Nähe ihres Partners dazu neigen, auf Distanz zu gehen. Das wiederum verunsichert den Partner, der anstatt dann auf die gewünschte Distanz zu gehen, anfängt noch mehr zu klammern aus Unsicherheit, weil er nicht weiss, was los ist. Also genau der gegenteilige erwünschte Effekt. Es ist durchaus möglich, dass ein Partner mehr Nähe braucht, während der andere mehr Freiraum wünscht, doch können von der Persönlichkeit eines Partners noch lange keine Rückschlusse auf die Intensität der Liebe gezogen werden. Jeder drückt seine Liebe unterschiedlich aus und kann und vor allem sollte sie daher auch nicht verglichen werden. Liebe ist nicht messbar und jeder definiert und zeigt seine Liebe anders.

In dem Buch „Die 5 Sprachen der Liebe“ beschreibt Gary Chapmann ganz deutlich, wie sich diese 5 Sprachen der Liebe unterscheiden. Der Schlüssel einer Beziehung ist, die Sprache der Liebe des Partners zu erkennen und zu erlernen.

Zitat aus seinem Buch: „Wir müssen bereit sein, die Sprache der Liebe unseres Partners zu lernen. Erst so können wir uns in der Liebe verständlich machen. Das Problem ist aber, dass wir so oft eine ganz wichtige Tatsache übersehen: Die Menschen sprechen alle ganz unterschiedliche Sprachen der Liebe. […] Ihre ganz persönliche Sprache der Liebe unterscheidet sich vielleicht von der Ihres Partners, wie sich Chinesisch und Deutsch unterscheiden. So sehr Sie sich auch bemühen, Ihre Liebe in der eigenen Muttersprache zum Ausdruck zu bringen, Sie werden nicht verstanden, wenn der andere nur Chinesisch spricht.“

So unterschiedlich wir sind, so unterschiedlich können auch unsere Ausdrucksformen der Liebe sein… während für den einen Nähe Ausdruck der Liebe ist, ist es für den anderen genau das Gegenteil, nämlich „Freiraum lassen“, was aber noch lange nicht heisst, dass einer von den beiden mehr liebt, sie lieben eben nur anders. Wir sollten daher aufhören zu denken, dass einer „mehr liebt“, denn solange man sich geliebt fühlt, ist doch alles in Ordnung, man muss nicht immer alles so kompliziert machen.

Foto: Verliebtes Paar via Shutterstock

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