13 Hochzeitskleider dieser Welt – zwischen Tradition, Moderne, kultureller Identität und dem Ideal der Medien

13 Hochzeitskleider dieser Welt – zwischen Tradition, Moderne, kultureller Identität und dem Ideal der Medien

Die Hochzeitskleider dieser Welt: Sie sind tief verwurzelt in der Kultur der Länder, der Regionen und Epochen. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sie sind auch eine Verbindung zu unseren Wurzeln und sie sind es wert, gepflegt und überliefert zu werden.

13 Hochzeitskleider dieser Welt – zwischen Tradition, Moderne, kultureller Identität und dem Ideal der Medien
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Traurednerin Stella Grammling ist Theologin, Orientalistin und passionierte Traurednerin. Geboren in Moldova und aufgewachsen in ganz Deutschland begleitet sie seit frühester Kindheit das Thema kultureller Identität. Zusammen mit dem Make-Up Artist Shan, der selbst pakistanische Wurzeln hat, die für ihn einen großen Teil seiner Identität ausmachen, kam entstand die Idee einem breiten Publikum traditionelle Hochzeitskleider aus aller Welt zu zeigen. Hierfür durfte Stella immer wieder in neue Hochzeitskleider schlüpfen mit traditionellem Make-Up und Frisur. 

Stella begleitete schon viele multikulturelle Hochzeiten – italienisch-türkische, indonsisch-polnische uvm. oft auch in jeweils zwei Sprachen und immer zutiefst fasziniert von all den Traditionen, die bei einer Hochzeit gefeiert werden. Die Serie begann mit einem pakistanischen Kleid und begann schnell sich zu verbreiten. Viele Geschichten voller intensiver Begegnungen, Gastfreundschaft und Offenheit ergaben sich darausVon vielen Familien wurde Stella eingeladen, um ihr von ihren reichen Traditionen zu erzählen. Nun möchte sie all diese Erfahrungen teilen – lasst euch in eine neue Welt entführen. Bevor es losgeht – so sieht Stella aus, wenn sie nicht gerade ein traditionelles Hochzeitskleid trägt:

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Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Michaela Terhorst Photography

1 Vietnam

Tôi cầu chúc hai bạn trăm năm hạnh phúc!

Ich wünsche euch – 100 Jahre lang mögt ihr glücklich sein!

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So lautet ein Spruch, den man traditionell bei vietnamesischen Hochzeiten sagt. In Vietnam wird die Ehe als etwas ganz Besonderes gefeiert – und wichtiger noch: gelebt. Es gibt nicht viele Liebesgedichte, nicht viele romantische Sprüche. Man spricht nicht so viel über die Liebe, man lebt die Liebe und zeigt sie sich gegenseitig im Alltag: Du bist der Mensch, den ich jeden Tag mit all meinem Tun glücklich machen möchte, du bist der Mensch, der mich glücklich macht. Das Kleid, das man zur Hochzeit trägt, heißt áo dài cưới (sprich: Ao Sai cuoi). Ein áo dài ist ganz allgemein das eng anliegende, sehr hoch geschlitzte Kleid. Es wird in Vietnam von Schülerinnen in weiß getragen und im Alltag in allen erdenklichen Farben. Ein áo dài cưới ist ein Hochzeits-Ao Dai. Traditionell ist er rot und heutzutage ist dem Design keine Grenze gesetzt – es gibt Ao Dai in allen Stoffen, mit langen Schleppen und auch in allen Farben auch zur Hochzeit. Die traditionell goldene oder rote Kopfbedeckung heißt Khan Dong. Die Haare werden dazu einfach lang und offen oder auch zu kunstvollen Hochsteckfrisuren in der Öffnung am Hinterkopf gesteckt.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Indra Artelt; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

2 Turkmenistan

Zu Turkmenistan hat Stella Grammling eine besonders tiefe Verbindung – ihr Vater wuchs in der Hauptstadt Ashgabad („die Stadt der Liebe“). Ihre Gründungslegende beruht darauf, dass zwei Liebende, die nicht zusammen sein durften, da sie verschiedenen Stämmen angehörten, hier auf der Flucht eine Wasserquelle fanden und so vor dem sicheren Tod gerettet wurden. Das Kleid auf dem Foto ist mehr ein Kleid für jeden Tag – auf dem Kopf tragen die unverheirateten Mädchen und Frauen die runde Kopfbedeckung mit dem hübschen Namen „Tjubiteika“ – die Muster der Tjubiteika sind wahrlich eine Wissenschaft für sich, abhängig von Region, Stammeszugehörigkeit etc. Das Muster auf dem Kleid ist typisch für den größten Stamm in Turkmenistan – die Teke. Auch die Ohrringe sind Teil des typischen Schmucks – Silber, das feuervergoldet wurde mit roten Karneolen. Bei Hochzeiten ist die Braut mit einem Teppich bedeckt, da Teppiche in der turkmenischen Kultur einen hohen Stellenwert haben – als Schmuck, Investition und natürlich auch als Träger kultureller Identität.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Indra Artelt; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

3 Afghanistan – ein traditionelles und ein modernes Kleid

Ein traditionelles afghanisches Kleid, das auch zur Hochzeit getragen wird, besteht aus einem Oberkleid, das bis etwas unterhalb vom Knie reicht, einer weiten Hose und meistens einem sehr locker über die Haare geworfenem Tuch. Der Schmuck einer Braut ist oft sehr reich und reicht von Kronen über prächtige Ketten und Armreife. Oft kann man als Name für diese Kleidung „Kuchi-Kleidung“ lesen. „Kuchi“ bedeutet auf Dari, einer der Hauptsprachen in Afghanistan: „diejenigen, die auf Wanderschaft gehen“ und weist damit auf die nomadischen Wurzeln. Auch wenn heute die meisten sesshaft sind, so ist der Begriff „Kuchi“ als ein Identifikationsmarker und Verbindung zu den Wurzeln erhalten geblieben. Bei Hochzeiten tauschen die Bräute oft die Kleider – neben dem traditionellen Kleid tragen sie auch ein weißes Kleid, dass wir auch aus unserem Traditionskreis kennen.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Natalie Rehberger – Nuts Productions & Photography

Zum Vergleich seht ihr hier ein Bild von einem modernen afghanischen Hochzeitskleid. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass das Kleid hinten eine lange Schleppe hat – daran erkennt man auch, wie schön traditionelles Design immer wieder neu erfunden und durch neue Mode beeinflusst.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Pferd: Kimberly Jäger, Reitschule Jäger; Foto: Catching Moments

4 Iran – die Hochzeitskleider der Qashqai

Über die Hochzeitskleider im Iran zu schreiben würde laut Stella Grammling einen ganzen eigenen Artikel fordern. Da es im Iran viele Regionen gibt mit eigenen Völkern, gibt es entsprechend viele Kleider und Traditionen. Hier soll ein Kleid der Qashqai gezeigt werden, eines Stammesverbandes aus dem Süden des Iran:

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Natalie Rehberger – Nuts Productions & Photography

Die traditionellen Kleider sind immer sehr farbenfroh. Über zwei Schichten Röcke kommt noch ein häufig mit Pailletten bestickter Rock. Darüber wird eine lange, hochgeschlitzte Tunika getragen und eine Jacke mit langen Ärmeln. Die Haare werden meistens offen getragen, jedoch von einem durchsichtigen Tuch, das direkt unter dem Kinn gebunden wird und einem kleinen Mützchen bedeckt.

5 Palästina – ein traditionelles Kleid aus Ramallah

Alles, was man auf diesem Bild sehen kann, ist aus Palästina. Die Couch, die Kissen, der Schmuck und natürlich das Kleid. Es fallen sofort die satten Farben auf, die Bestickung und die Liebe zum Detail. Das Kleid, das hier gezeigt wird, ist typisch für die Stadt Ramallah und wird auch so bei traditionellen Hochzeiten getragen. Es ist ein so genanntes Himmel-und-Hölle Kleid: die Basis bilden dunkelgrüne und rote Streifen, durchsetzt mit hellen Partien. Im Kreuzstich sind Muster eingestickt an Ärmeln sowie im Brustbereich – die ganze Welt zwischen Himmel und Hölle eingestickt in einem Kleid.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Natalie Rehberger – Nuts Productions & Photography; Make-Up: Lotus Makeup Artist

6  Indien

Das traditionell indische Kleid besteht aus 2 Teilen: Das bauchfreie Top, genannt Choli, und dem Sari – einem langen Tuch, das als Rock gewickelt wird und dessen reich besticktes Ende über die Schulter geworfen wird. Der Schmuck besteht aus dem Stirnschmuck, der Tikka, häufig sehr pompösen und großen Ohrringen und weiterem Schmuck wie Armbänder, Ringe und Ketten. Eine große Besonderheit ist der Haarschmuck aus echten Blüten. Hier auf dem Bild sind es Orchideenblüten. Traditionell werden hierfür Jasminblüten verwendet, wegen des zarten Duftes. Ihren Ursprung hat der Blumenschmuck im Kostüm der indischen traditionellen Tänzerinnen: Die weißen Blüten duften nicht nur, sie symbolisieren die Reinheit.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Catching Moments

7 Oman

Das Kleid, das auf diesem Bild gezeigt ist, ist nicht unbedingt ein Hochzeitskleid – es ist ein traditionelles Kleid, das jedoch so auch zu einer Hochzeit getragen werden kann, dann jedoch meistens mit bunten Gewändern und mit viel mehr Schmuck. Das lange schwarze Gewand heißt Abaya, der Schal, der locker über das offene Haar drapiert ist, Sheyla und die Maske, die für das ganze Khaleegy-Gebiet charakteristisch ist, heißt Burqa. Ihren kulturellen Hintergrund hat diese Kleidung bei den Beduinen. Heute wird diese Maske von jüngeren Frauen zu Nationalfeiertagen getragen, von älteren auch häufiger.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Samantha Reinmuth, SR Photography

8 Bahrein

Dieses traditionelle Outfit aus dem Bahrein, die so genannte bahreini abaya, unterscheidet sich von dem omanischen Kleid im Wesentlichen dadurch, dass die Sheyla, das Tuch über den Haaren, nicht durchsichtig ist und unter dem Hals festgehalten wird. Auch hier ist zu betonen, dass es auch im Bahrein zu Hochzeiten wie auch anderen Anlässen sehr bunte Kleider getragen werden und an dieser Stelle nur ein Überblick über die Traditionen geboten werden kann. Jedes Land, das hier durch die Kleider repräsentiert wird, würde bezüglich seiner Traditionen für die Kleider wahrlich Bücher füllen.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Samantha Reinmuth, SR Photography

9 Marokko – die Takschita

Das traditionelle Hochzeitskleid auf diesem Bild ist die Takschita. Es handelt sich dabei um eine Art sehr reich bestickten Kaftan in kräftigen Farben, der von einem breiten, ebenso kostbar glitzerndem Gürtel in der Taille gerafft wird. Der Schmuck ist ebenfalls sehr reich: Große Ohrringe, eine wunderschöne Halskette und Armbänder wie auch ein Diadem gehören dazu. Besonders fällt der weiße Schleier im Haar auf, der bei Hochzeiten wie in den westlichen Ländern getragen wird. Bei der Takschita, wie sie hier auf dem Bild dargestellt ist, handelt es sich eher um eine moderne Tradition. Die Kleider der marokkanischen Berber sehen anders aus – sind aber ebenfalls wunderschön.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Foto: Corina Richter – Corina Richter Photography; Make-Up & Hair Artist: Farida El-Atiaoui – fem-beauty

10 Kurdistan

Bei einer kurdischen Hochzeit, von denen Stella Grammling selbst mehrere als freie Traurednerin begleiten durfte, ist es meistens so, dass die Braut wie auch die meisten Gäste zu Beginn Kleider tragen, die auch auf westlichen Hochzeiten üblich sind: also ein weißes Brautkleid und festliche Abendkleider bei den Gästen. Bei der Feier jedoch tauschen sie oft die Kleider zu den traditionell kurdischen Kleidern. Diese sind immer sehr bunt und bestehen aus vielen Schichten. Unter dem Kleid trägt man eine weite Hose. Darüber wird ein Kleid getragen bestehend aus einem undurchsichtigen Unterkleid und einem oft aus glitzerndem, durchsichtigen Material bestehenden Überkleid. Das Überkleid hat meist sehr lange, dreiecksförmige Ärmel. In der Taille wird das Kleid durch einen breiten, reich verzierten Gürtel gehalten.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Corina Richter – Corina Richter Photography

11 Pakistan – das Kleid zum Hennaabend

Nach pakistanischer Tradition wird eine Hochzeit über mehrere Tage hinweg gefeiert. Einer dieser Tage ist der Hennaabend. An diesem wird die Braut mit den traditionellen Hennamalereien an den Händen bemalt. Der Schmuck besteht aus echten Blumen – die Tikka sowie auch die Ohrringe. Auch in den Haaren werden echte Blumen eingeflochten. Traditionell ist das Kleid für den Hennaabend in Erdtönen, gelb oder grün. Heute werden oft hellere Farben getragen – lila und orange sind zum Beispiel sehr beliebt.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Viktoria Knittel, Viktoryphoto

12 Pakistan – das Kleid zur Nikkah, der Eheschließung vor dem Imam

Heute werden solche weißen Kleider zur Nikkah, der Trauung vor dem Imam getragen. Ihren historischen Ursprung haben sie in der Mogulzeit. Diese Kleider sind sehr schwer, da sie eine reiche Bestickung haben. Über dem bestickten Unterrock ist ein langes Überkleid. Auch der Brautschleier hat durch die Bestickung ein enormes Gewicht. In Pakistan variiert die Mode dadurch, dass das Oberkleid mal kurz ist, mal so lang das es eine Schleppe hat.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Viktoria Knittel, Viktoryphoto

13 Pakistan – das traditionell rote Hochzeitskleid

Dieses prächtige rote Kleid hat seine traditionellen Wurzeln im indischen Kulturraum und wurde in die pakistanischen Traditionen hinein übernommen. Es besteht aus einer weiten Hose und einem Überkleid, das über und über mit Strass bestickt ist.

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Modell: Stella Grammling – Freie Trauung nach Maß; Make-Up & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat; Foto: Corina Richter – Corina Richter Photography

Lieben Dank an Stella Grammling für diesen sehr interessanten Einblick in die Hochzeits-Kulturen anderer Länder!

Kontaktieren Sie die Dienstleister, die in diesem Artikel erwähnt wurden!

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