“Willst du mich heiraten?” – Der Heiratsantrag von Catharina und Nathaniel

Foto: www.amigos-unidos.de

Catharina, freie Mitarbeiterin von Zankyou, erzählt uns von ihrem Heiratsantrag. Geschichten, die wir uns immer und immer wieder anhören könnten. Eine schöner als die andere… Möchten Sie uns auch von Ihrem Heiratsantrag erzählen?

Catharina: “Eine Vorahnung hatte ich ja, aber dass es dann doch so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Wir hatten uns vorher schon mal über das Thema unterhalten und waren einer Meinung, dass wir gerne zusammen bleiben möchten, eines Tages heiraten und nach ein paar Jahren eventuell zwei Kinder… Wenn man sich so sehr liebt, sollte man ja schon ein paar grundlegende Dinge klären, um spätere Unstimmigkeiten zu vermeiden.

Sehr schnell merkte ich, dass man im Militär wirklich keine Zeit zu verlieren hat, auch nicht im alltäglichen Leben. Das heißt nicht, alles muss husch, husch ohne die nötige Genauigkeit gehen, aber man sollte wirklich keine Zeit verschwenden. Das kann man sich gar nicht leisten, zumal man nicht wissen kann, was die Zukunft bringt und wann man wo als nächstes hingeschickt wird.

Ich hatte genug Gelegenheit, darüber nach zu denken, alle Möglichkeiten und Konsequenzen im Kopf durch zu spielen und als dann der Tag der Entscheidung gekommen war, hatte ich auch keinen Zweifel mehr. Ich war mir der Folgen, Vor- und Nachteile bewusst und hatte somit keinen Stress an diesem kühlen Tag im Januar 2010, an dem Nathaniel mir den Antrag machte. Es war ein Donnerstag.

Am Mittwoch früh morgens hatte er bei meinem Vater um meine Hand angehalten. Er hat Nate gern und darüber bin ich sehr froh. Das Wichtigste war ihm nie, dass seine Töchter unter die Haube kommen, sondern dass sie GUT unter die Haube kommen, wann, wie und mit wem sie denn möchten, solange er sich keine Sorgen um ihr Wohl machen muss… solange sie gut versorgt sind und vor allem geliebt, sagte er öfters mal. Und bei meinem Schatz hatte er da auch keine Zweifel. :-) (freu, freu!!!) Es ist einfach schön, wenn sich Familien, aus denen eine wird, vertragen und die Schwiegerleute einen mögen. Das ist ein großer Segen!

Geschmack hat er auf jeden Fall: den Ring hat er selbst online gestaltet. Mit Steinen aus Israel, damit es keine Blutdiamanten sind.
Geschmack hat er auf jeden Fall: den Ring hat er selbst online gestaltet: mit Steinen aus Israel samt Zertifikat, um Blutdiamanten zu vermeiden.

Am Morgen des 21. Januar 2010 gingen wir gemütlich gemeinsam frühstücken. Mein Schwager ist Meister in seiner kleinen Bäckerei, wo es die leckersten Teilchen und Brote in der ganzen Umgebung gibt, weil er alles noch ganz selbst macht ohne Backmischungen. Dort genossen wir unseren Morgen für ein Weilchen und Nate hatte den Ring schon in der Tasche. Ich hatte keine Ahnung, hätte nicht gedacht, dass es so bald sein würde. Wir machten ein paar Erledigungen und gegen 12.40 Uhr lockte Nate mich unter einem Vorwand in den Garten. Nebenan gab es einen schönen Rosengarten. Natürlich war es ziemlich kalt, aber sah doch trotzdem ganz nett aus.  Als wir unter einem Bogen hindurchliefen, spürte ich plötzlich etwas Nervosität in Nate, die ich direkt bemerkte und stehen blieb, denn mein Kampfpilot ist ja sonst nie nervös, eher sehr gefasst. Innerlich versuchte ich zu ergründen, was hier vor sich geht. Alles ging sehr schnell bis dahin. Dann fiel der Labello auf den Boden, aus Absicht, was ich noch nicht wusste. Nathaniel tat dies, um unbemerkt den Ring herausholen zu können. Er stand nicht auf, sondern kniete plötzlich vor mir und strahlte mich an und sagte: “Caty, will you marry me?” :) Ich bekam auch ein Strahlegesicht und kann mich an nichts mehr meinerseits erinnern, ausser lauter Freude und dass ich vor Glück erst gar nichts sagen konnte, sondern erst mal ganz schnell und viel nickte mit einem riesen Lächeln auf dem Gesicht, weil ich noch kein Wort heraus bekam. Erst kurz darauf war ich in der Lage, ein “ja” herauszubringen. Eigentlich waren es zwei, plus eine Fröhlichkeitsexplosion nach der anderen. Erst ein oder zwei Minuten später schaute ich mir den Ring genau an. Obwohl ich wusste, dass er ihn mir unter die Nase hielt, sahen wir nur uns gegenseitig und konnten kaum fassen, dass wir wirklich verlobt sind.

Catharina und Nathaniels Traumhochzeit.
Catharina und Nathaniels Traumhochzeit.

Zuallererst haben wir es meinem Dad erzählt und alle freuten sich mit uns. Den kalten Januarnachmittag verbrachten wir mit einer kleinen Tour nach Luxemburg, aber kalt war uns wirklich nicht! ;) Auf dem Weg dahin ist es erst so richtig gerutscht, dass ich wirklich verlobt war und musste vor lauter Freude einmal ganz laut schreien. In Luxemburg haben wir dann etwas herumgebummelt, die gemeinsame Zeit genossen und lecker zusammen Abend gegessen in einem Restaurant. Das war ein toller Tag, den wir hoffentlich nie vergessen werden. Noch toller war unsere Hochzeit, die im September stattfand. Standesamtlich heirateten wir im Mai in Texas, nur verbrachten wir das erste halbe Jahr meist getrennt, da Nate für die Air Force in Korea stationiert war. Zu unserem großen Fest waren Freunde und Familie aus aller Welt nach Deutschland gekommen, direkt nachdem Nate in Korea fertig war. Dann ging es erst mal auf Hochzeitsreise und danach wurde direkt umgezogen nach San Antonio. Inzwischen wohnen wir in Columbus, sind glücklich verheiratet und bereuen unseren Schritt nie. Für das Leben mit einem Air Force Mann musste ich zwar einiges hinter mir lassen und man muss immer flexibel bleiben, aber es lohnt sich trotzdem, denn trotz der paar Nachteile habe ich so viele Vorteile, die ich nicht missen möchte. Zum Beispiel können Nate und ich uns endlich fast jeden einzelnen Tag sehen und müssen nicht mehr von Internetverbindungen abhängig skypen. Wir lieben das Eheleben trotz aller Herausforderungen toootal und möchten alle ermutigen, keine Angst vor großen Schritten zu haben. Letztendlich kann man auch in großen Schritten wachsen ;-)

Mehr über unseren Hochzeitstag können Sie hier erfahren. Warum erzählen Sie uns nicht auch etwas über Ihren Heiratsantrag? Es wäre uns eine Ehre, mehr Geschichten zu hören.”